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3.9 Verkehr Im indischen Straßenverkehr gilt vor allem eine Regel: Der Stärkere hat Vorfahrt. Zweiräder und Autos teilen sich die Straßen mit Ochsenkarren, religiösen Prozessionen, Hunden und Hühnern. Auch Kamele und Elefanten tragen ihren Teil zum Verkehrschaos bei. Diese Vielfalt ist vom Fußgänger an aufwärts bis zum schweren Lastwagen hierarchisch unterteilt. Seien Sie also auf buchstäblich alles gefasst, beispielsweise auf das langwierige Überholmanöver zweier überladener Lastwagen auf einer Überlandstraße, das Sie als Entgegenkommende zwingt, plötzlich abzubremsen und auf den unbefestigten Seitenstreifen auszuweichen. Üben Sie sich in defensivem Fahrverhalten, bewahren Sie die Geduld, auch wenn's schwer fällt, und halten Sie stets eine Hand auf der Hupe bereit, um andere Verkehrsteilnehmer schnell warnen zu können. Machen Sie sich vor Fahrtantritt immer wieder bewusst, dass viele Verkehrsteilnehmer die Schilder nicht lesen können, dass sowieso kaum jemand den Verkehrsregeln Beachtung schenkt, am allerwenigsten die Lastwagenfahrer. All dies ist jedoch kein Spiel, wie die Zahl von jährlich 60.000 Verkehrstoten in ganz Indien beweist. Weil die Polizeibeamten nach einem Unfall lange auf sich warten lassen und obendrein häufig bestechlich sind, wird mitunter Selbstjustiz geübt. Am Unfallort sammeln sich viele Menschen, debattieren über das Ereignis und in der Erregung verprügeln sie den vermeintlich Schuldigen. Dem gesunden Volksempfinden zufolge muss der größere und stärkere Verkehrsteilnehmer auf schwächere Rücksicht nehmen. Wer es sich leisten kann, engagiert in Indien einen Fahrer und macht es sich auf der Rückbank bequem. |