Eine Reise nach Jharkhand

 

Fotoreportage von Rainer Hörig

 

 

 

Zum Ende der vergangenen Regenzeit im Oktober 2006 konnte ich zwei Wochen lang den Adivasi-Staat Jharkhand besuchen. Ich lernte Dörfer in den Distrikten Deoghar und Ranchi kennen und sprach mit vielen Menschen über ihr Leben und ihre Sorgen. Obwohl ich Indien seit mehr als zwanzig Jahren kenne, war ich von der Armut der Dorfbewohner erschüttert.

 

Für das neue Wirtschaftswunderland Indien hat Jharkhand mit seinen Bodenschätzen eine große Bedeutung. Indische und internationale Konzerne unterzeichneten in Jharkhand und dem benachbarten Orissa mehr als 40 Vorverträge für gigantische Stahl- und Aluminiumschmelzen einschließlich Bergwerke und Kraftwerke. Die Adivasi wehren sich gegen die staatliche Zwangsenteignung des Landes, von dem sie leben. An zahlreichen Standorten für künftige Mega-Industrien hat die Bevölkerung entschlossenen Widerstand angekündigt. Gegenwärtig liegen viele der kühnen Pläne auf Eis.

 

 

 

 

 

 

 

 

Monsunstimmung in Jharkhand

 

 

 

 

Im Santal-Dorf Kurumtanr im Distrikt Deoghar steht nach tagelangen Regenfällen (fast) alles unter Wasser. Mehrere Wohnhäuser sind eingestürzt.

 

 

 

 

Diese junge Frau besitzt keine Mittel, um ihr Wohnhaus wieder auf zu bauen.

 

 

 

 

Jiya Soren im Hofe ihres Hauses. Sie leide seit Jahren unter Müdigkeit und Arbeitsunlust, klagt die Santal-Bäuerin. Der Amtsarzt erklärt, Infektionskrankheiten seien hier weit verbreitet. Grund sei die mangelnde Hygiene. In Kurumtanr gibt es keine einzige Toilette und nur wenige öffentliche Brunnen.

 

 

 

 

Santal-Frauen in Kurumtanr

 

 

 

Santal-Großmutter

 

 

 

Mädchen in Kurumtanr

 

 

 

 

Junger Santal in Kurumtanr

 

 

 

Ein Bauer plügt seine Parzelle in Mudidhi. Alle Bewohner des Dorfes zählen sich zur Adivasi-Gemeinschaft der Mudi.

 

 

 

Frauen in Mudidhi.

 

 

 

Eine junge Frau präpariert Brennstoff aus Kohlestaub und Wasser. Hier im Norden Jharkhands sind die Wälder fast vollständig abgeholzt.

 

 

 

Mudi-Frau stellt Besen aus Gräsern und Stielen her.

 

 

 

Eine Kirche im Distrikt Ranchi mit dem Standbild eines europäischen Missionars. Vier Prozent der Bevölkerung Jharkhands sind Christen.

 

 

 

Statue des Volkshelden Birsa Munda in Ranchi. Er führte am Ende des 19. Jahrhunderts einen Aufstand der Adivasi gegen die britische Kolonialherrschaft.

 

 

 

Ich danke der Deutschen Welthungerhilfe für ihre Unterstützung.

 

 

Fotos und Reportagen zu Indien und Adivasi finden Sie unter

 

http://www.rainerhoerig.com

 

 

 

 

©  Copyright: Rainer Hörig 2006